Sakramente - immer gratis, nie umsonst (O. Fuchs)

Katechese ist ein Wort für die umfassende Bemühung der Kirche, die Frohe Botschaft in der heutigen Welt auf neue Weise zum Leuchten zu bringen. Wenn Menschen von dieser Botschaft erfahren, kommen sie mit Gott selbst in Kontakt, denn er selbst ist der Inhalt der Verkündigung. In dieser Begegnung lernen Menschen etwas Bedeutsames für sich selbst und für ihr Leben, sie gewinnen Stärke und Kraft.

„Katechese“ bedeutet Einführen in die „Freude des Evangeliums“ (Papst Franziskus). Im Mittelpunkt der Katechese steht eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus, zu Gott, der, wie das Zweite Vatikanische Konzil schreibt, die Menschen anredet „wie Freunde“, um sie „in seine Gemeinschaft einzuladen und aufzunehmen“ (Dei Verbum 2).  Diese Einführung und Vertiefung im Glauben ist ein lebenslanger Lernprozess.

Katechese kann in direkter Weise erfolgen, zum Beispiel als Vorbereitungsweg auf die Sakramente, aber auch indirekt, im Handeln, im karitativen Tun, beim Feiern des Glaubens im Gottesdienst, bei der Berührung mit christlicher Kunst und Musik, in Gesprächen, beim zwanglosen Zusammensein, beim gemeinsamen Pilgern, Beten, Singen und vielem anderen mehr. Der Wunsch nach Deutung und Ritual zeigt sich bei neuen Anlässen. Lebenswenden wie das Verlassen des Elternhauses durch die Kinder oder der Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand sind nur zwei Stichworte. Oft wird um einen Segen gebeten.

Durch Katechese inkulturiert sich die christliche Botschaft immer wieder in die jeweils neue Zeit, das heißt sie reagiert auf die neuen Bedingungen und veränderten Lebenswelten, auf die „Zeichen der Zeit“. Dieser Prozess kann als ständige Rekontextualisierung des Evangeliums bezeichnet werden. Das bedeutet, dass sich Katechese selbst immer wieder verändern und erneuern muss.

 

Leitlinien 13 - Katechese als Weggemeinschaft (Vorabdruck Mai 2019 - erscheint im Oktober 2019)